R6.5.3  Berufsumschichtung von Arbeitslosen

Von der Berufsumschichtung waren jüdische Personen betroffen, die ihre Beschäftigung oder Tätigkeit aus Verfolgungsgründen verloren hatten, also zunächst "arbeitslos" wurden. Diese Berufsumschichtung (auch unter der hebräischen Bezeichnung "Hachscharah" bekannt) hatte den Zweck, auf manuelle Berufe umzuschulen, weil es mit diesen Berufen eher möglich war, einen neuen Arbeitsplatz zu erhalten; insbesondere boten sich dann aber bessere Auswanderungsmöglichkeiten. Die Berufsumschichtung wurde in verschiedener Weise in Umschichtungsstellen des Handwerks, der Landwirtschaft und der Hauswirtschaft durchgeführt (zum Beispiel auf Bauernhöfen, Gütern, landwirtschaftlichen und hauswirtschaftlichen Schulen). Die Zeit der Berufsumschichtung ist als weitere verfolgungsbedingte Arbeitslosigkeit anzuerkennen. Dass eine Ausbildung durchgeführt wurde, steht der Annahme von Arbeitslosigkeit nicht entgegen, weil die Berufsumschichtung keine dem vor der Verfolgung angestrebten oder ausgeübten Beruf entsprechende Lebensgrundlage bot.
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